· Ratgeber
Ungarn blickt auf eine bewegte Grenzgeschichte zurück: der Budaer Burgpalast über der Donau, die Trutzburgen gegen die Osmanen und das prunkvolle Schloss Fertőd, das ungarische Versailles.
Ein Land an der Grenze
Ungarn lag über Jahrhunderte an einer der wichtigsten Grenzen Europas: zwischen dem christlichen Abendland und dem Osmanischen Reich. Diese Lage prägte seine Burgenlandschaft entscheidend. Während im Westen prunkvolle Adelsschlösser entstanden, wurden im Süden und Osten mächtige Grenzfestungen errichtet, die im 16. und 17. Jahrhundert zum Schauplatz erbitterter Kämpfe gegen die osmanische Expansion wurden.
So erzählen Ungarns Burgen und Schlösser eine doppelte Geschichte: von höfischer Pracht und von heldenhafter Verteidigung, die tief im nationalen Gedächtnis des Landes verankert ist.
Der Burgpalast von Budapest
Das eindrucksvollste Bauwerk des Landes ist der Burgpalast von Budapest, der sich weithin sichtbar auf dem Burgberg über der Donau erhebt. Die einstige Residenz der ungarischen Könige wurde über Jahrhunderte immer wieder zerstört und neu errichtet; die heutige Anlage beherbergt Museen und die Nationalgalerie. Das gesamte Burgviertel mit der Matthiaskirche und der Fischerbastei, einer romantischen Aussichtsterrasse mit märchenhaften Türmchen, zählt zum UNESCO-Welterbe und bietet den schönsten Blick über Pest und die Donau.
Die Grenzfestungen gegen die Osmanen
Im Landesinneren erinnern mächtige Festungen an die Türkenkriege. Die Burg von Eger wurde 1552 durch die legendäre Verteidigung gegen ein weit überlegenes osmanisches Heer berühmt und gilt als nationales Symbol des Widerstands. Ebenso bedeutend sind die Festung von Szigetvár und die dramatisch auf einem Vulkankegel gelegene Burg von Sümeg. Diese Wehrbauten prägen bis heute das historische Selbstverständnis Ungarns.
Adelsschlösser und Residenzen
Im Westen des Landes, dem einstigen königlichen Ungarn, entstanden prunkvolle Adelsschlösser. Das Schloss Fertőd, die Residenz der Fürsten Esterházy, wird als ungarisches Versailles bezeichnet und war einst Wirkungsstätte des Komponisten Joseph Haydn. Das Schloss Gödöllő nahe Budapest war die geliebte Sommerresidenz der Kaiserin Elisabeth, der legendären Sisi, und lockt bis heute mit ihrer Geschichte. In Siebenbürgen und im Norden ergänzen weitere Burgen und Schlösser das reiche Erbe.
Praktische Tipps für die Burgenreise durch Ungarn
Die meisten Höhepunkte lassen sich gut von Budapest aus erreichen. Der Burgpalast und das Burgviertel gehören zu jedem Besuch der Hauptstadt, während Gödöllő als Tagesausflug erreichbar ist. Für die Grenzfestungen und die Weinstadt Eger empfiehlt sich eine Reise ins Landesinnere.
Die beste Reisezeit sind das Frühjahr und der Herbst; Eger lässt sich zudem gut mit einer Weinprobe im berühmten Tal der Schönen Frau verbinden. Ungarn ist ein vergleichsweise günstiges Reiseland mit guter Infrastruktur. Passende Hotels in Budapest und den Regionen lassen sich bequem über eine Kartensuche finden.
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Bildnachweise (1)
- Burgen und Schlösser in Ungarn: Vom Burgpalast in Budapest bis zur Festung von Eger: Foto Wikimedia Commons , siehe Quelle