· Ratgeber
Von den maurischen Palästen der Alhambra bis zu den Märchentürmen des Alcázar von Segovia – Spanien besitzt eine der reichsten und vielfältigsten Burgen- und Schlösserlandschaften Europas.
Ein Land zwischen Halbmond und Kreuz
Kaum ein europäisches Land vereint so unterschiedliche Bautraditionen wie Spanien. Fast 800 Jahre lang, von der Ankunft der Mauren im Jahr 711 bis zum Fall Granadas 1492, standen sich auf der Iberischen Halbinsel islamische und christliche Herrschaft gegenüber. Aus dieser langen Auseinandersetzung ging eine einzigartige Architektur hervor: maurische Paläste mit filigranem Stuck und plätschernden Wasserspielen neben trutzigen christlichen Wehrburgen, und dazwischen ein eigener Stil, der beide Welten verschmolz – der Mudéjar.
Das spanische Wort für Burg, castillo, hat sogar einer ganzen Region ihren Namen gegeben: Kastilien, das Land der Burgen. Über die weiten Hochebenen Zentralspaniens verstreut liegen bis heute Hunderte von Wehrbauten, die einst die Grenze zwischen den Königreichen und dem maurischen Süden markierten.
Die maurischen Paläste: Alhambra und Alcázar von Sevilla
Das berühmteste Bauwerk des islamischen Spaniens ist die Alhambra in Granada, ein weitläufiger Palast- und Festungskomplex über der Stadt. Ihre Nasridenpaläste mit den kunstvoll durchbrochenen Wänden, den Muqarnas-Gewölben und dem Löwenhof gelten als Höhepunkt der maurischen Kunst in Europa. Wegen des enormen Andrangs sind Tickets für die Alhambra oft Wochen im Voraus ausverkauft, eine frühzeitige Buchung ist unbedingt zu empfehlen.
Kaum weniger prächtig ist der Alcázar von Sevilla, eine noch immer genutzte Königsresidenz und der älteste in Betrieb befindliche Palast Europas. Seine Innenhöfe und Gärten im Mudéjar-Stil dienten in jüngerer Zeit auch als Filmkulisse und ziehen Besucher aus aller Welt an.
Die Märchenburgen Kastiliens
Wer sich das klassische Bild einer Ritterburg vorstellt, findet es im Alcázar von Segovia verwirklicht. Auf einem Felssporn über dem Zusammenfluss zweier Flüsse gelegen, gleicht er mit seinen spitzen Türmen einem schwimmenden Schiff und soll zu den Inspirationen für die Märchenschlösser des 20. Jahrhunderts gehört haben.
Weiter nördlich erhebt sich das Castillo de Coca, ein Meisterwerk der Mudéjar-Backsteinarchitektur, und in der Provinz Segovia liegt zudem das mächtige Castillo de Cuéllar. Über die kastilische Meseta verteilt bewachen unzählige weitere Burgen wie das Castillo de la Mota bei Medina del Campo die alten Grenzen der Königreiche.
Königliche Residenzen der Neuzeit
Mit dem Aufstieg Spaniens zur Weltmacht entstanden auch repräsentative Residenzen im Stil der europäischen Höfe. Der Königspalast von Madrid, der Palacio Real, ist einer der größten Königspaläste Europas und wird bis heute für Staatsakte genutzt. Vor den Toren Madrids liegt der Palacio Real de Aranjuez mit seinen weitläufigen Gärten, und das königliche Kloster El Escorial verbindet Palast, Kloster und Grablege der spanischen Könige zu einem monumentalen Ensemble der Renaissance.
Praktische Tipps für die Schlösserreise durch Spanien
Wer Spaniens Burgen und Paläste bereisen möchte, sollte die großen Namen wie Alhambra und Alcázar von Sevilla unbedingt vorab buchen, da die Kontingente begrenzt sind. Für die Burgen Kastiliens empfiehlt sich das Frühjahr oder der Herbst, denn im Hochsommer wird die Meseta glühend heiß.
Viele der schönsten Burgen liegen abseits der großen Touristenrouten und lassen sich am besten mit dem Mietwagen erkunden. Eine Rundreise durch Kastilien und León mit Segovia, Ávila und Salamanca verbindet gleich mehrere Welterbestätten und Burgen zu einer eindrucksvollen Reise durch die spanische Geschichte. Passende Hotels in der Nähe der einzelnen Ziele lassen sich bequem über eine Kartensuche finden.
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Bildnachweise (1)
- Schlösser und Paläste in Spanien: Die schönsten Burgen, Alcázares und Königsresidenzen: Foto Wikimedia Commons , siehe Quelle