· Ratgeber
Von Hamlets Schloss Kronborg über das Renaissanceschloss Frederiksborg bis zur Festung Akershus in Oslo – Skandinaviens Burgen und Schlösser erzählen die Geschichte der nordischen Königreiche.
Burgen des Nordens
Die skandinavischen Königreiche Dänemark, Schweden und Norwegen blicken auf eine lange und oft konfliktreiche gemeinsame Geschichte zurück. Über Jahrhunderte rangen sie um die Vorherrschaft im Ostseeraum, schlossen und brachen Unionen und errichteten dabei mächtige Festungen und prunkvolle Residenzen. Anders als in Mitteleuropa dominieren im Norden weniger die kleinen Ritterburgen als vielmehr königliche Schlösser und strategische Seefestungen, die Häfen, Meerengen und Handelswege kontrollierten.
Backstein und Granit prägen die Bauten des Nordens, und viele der schönsten Schlösser liegen am Wasser: an Seen, Sunden und Fjorden, wo sie sich eindrucksvoll spiegeln.
Dänemark: Kronborg und Frederiksborg
Das berühmteste Schloss Dänemarks ist Schloss Kronborg in Helsingør, das William Shakespeare als Elsinore zum Schauplatz seines Dramas Hamlet machte. Die mächtige Renaissancefestung bewachte die schmale Meerenge des Öresunds, an der Dänemark jahrhundertelang Zoll von allen durchfahrenden Schiffen erhob. Kronborg zählt zum UNESCO-Welterbe.
Nicht weniger prächtig ist Schloss Frederiksborg in Hillerød, das größte Renaissanceschloss Skandinaviens. Auf drei Inseln in einem See gelegen, ließ König Christian IV. es Anfang des 17. Jahrhunderts errichten. Heute beherbergt es das dänische Nationalhistorische Museum. In Kopenhagen selbst locken zudem Schloss Rosenborg mit den Kronjuwelen und das noch bewohnte Schloss Amalienborg, Residenz der dänischen Königsfamilie.
Schweden: Königsschlösser am Wasser
Auch Schweden besitzt großartige Schlösser. Schloss Drottningholm bei Stockholm, oft als das schwedische Versailles bezeichnet, ist die private Residenz der schwedischen Königsfamilie und zählt mit seinem barocken Garten und dem historischen Schlosstheater zum UNESCO-Welterbe. Im Herzen der Hauptstadt liegt das gewaltige Stockholmer Schloss, eine der größten Königsresidenzen Europas. Ältere Wehrbauten wie Schloss Kalmar im Südosten und das prächtige Wasserschloss Läckö am Vänernsee zeigen die wehrhafte und die repräsentative Seite der schwedischen Schlösserwelt.
Norwegen: Festungen über Fjord und Stadt
Norwegen, über Jahrhunderte mit Dänemark und später mit Schweden verbunden, ist vor allem für seine Festungen bekannt. Die Festung Akershus bewacht seit dem Mittelalter den Hafen von Oslo und diente als Königsresidenz, Festung und Staatsgefängnis. In Bergen liegt die Festung Bergenhus mit dem mittelalterlichen Håkonshalle, einem der ältesten weltlichen Bauten Norwegens. Sie zeugen von der Zeit, als Norwegen ein eigenständiges Königreich mit einer stolzen Seemacht war.
Praktische Tipps für die Schlösserreise durch Skandinavien
Skandinaviens Schlösser lassen sich gut von den Hauptstädten aus erkunden. Von Kopenhagen sind Kronborg und Frederiksborg jeweils in etwa einer Stunde erreichbar und lassen sich zu einem Tagesausflug verbinden. Von Stockholm ist Drottningholm bequem per Boot oder Bahn zu erreichen, und die Festungen in Oslo und Bergen liegen mitten in der Stadt.
Die beste Reisezeit ist der Sommer, wenn die langen, hellen Tage des Nordens die Schlösser und ihre Gärten in bestes Licht tauchen. Da die nordischen Länder recht großzügig bemessen sind, empfiehlt sich für weitere Strecken die Kombination aus Bahn, Fähre und gelegentlich einem Mietwagen. Passende Hotels in den Schlossregionen findet man bequem über eine Kartensuche.
Mehr aus dieser Rubrik
Weitere Beiträge aus dem Cluster laender
Bildnachweise (1)
- Schlösser und Burgen in Skandinavien: Königsresidenzen und Wehrbauten in Dänemark, Schweden und Norwegen: Foto Wikimedia Commons , siehe Quelle