Schweriner Schloss

Schwerin · Schloss · erbaut 1845–1857

Schweriner Schloss

Das märchenhafte Schweriner Schloss thront auf einer Seeinsel und gehört zu den bedeutendsten Schlossbauten des romantischen Historismus in Deutschland.

Geschichte

Das Schweriner Schloss blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die bis ins 10. Jahrhundert reicht. Auf der heutigen Schlossanlage stand einst eine slawische Burganlage, die 1160 von Heinrich dem Löwen eingenommen und zur Keimzelle der Stadt Schwerin ausgebaut wurde. Im Mittelalter entwickelte sich an dieser strategisch günstigen Stelle auf einer Seeinsel eine befestigte Residenz der mecklenburgischen Herzöge, die über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert wurde.

Die entscheidende Umgestaltung erfolgte zwischen 1845 und 1857 unter Großherzog Friedrich Franz II. Nach dem Vorbild des französischen Schlosses Chambord ließ er das bestehende Gebäude durch Georg Adolph Demmler und Friedrich August Stüler in ein repräsentatives Schloss im Stil des romantischen Historismus verwandeln. Dabei orientierten sich die Architekten an der Formensprache der französischen Renaissance und der deutschen Spätgotik — ein Zusammenspiel, das dem Bauwerk seinen unverwechselbaren, nahezu unwirklichen Charakter verleiht.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 verlor das Schloss seine Funktion als herzogliche Residenz. In der DDR-Zeit diente es zeitweise als Pädagogisches Institut. Seit 1990 beherbergt das Schweriner Schloss den Landtag Mecklenburg-Vorpommern, der dem historischen Bau damit eine neue demokratische Würde verliehen hat.

Architektur & Lage

Das Schweriner Schloss gilt als herausragendes Beispiel des romantischen Historismus in der deutschen Schlossarchitektur. Das Gebäude erhebt sich auf einer natürlichen Insel im Schweriner See und ist mit dem Festland durch einen Damm verbunden — eine Lage, die dem Schloss seine märchenhafte Silhouette mit über 15 Türmen und Türmchen verleiht. Die äußere Erscheinung wird dominiert von einem Wechsel aus Backstein, Sandstein und vergoldeten Kupferkuppeln, die sich im Wasser des Sees spiegeln.

Im Inneren überrascht das Schloss mit rund 653 Räumen, von denen sich die repräsentativen Paradezimmer und der prunkvolle Thronsaal als absolute Höhepunkte erweisen. Letzterer erstrahlt in Gold und Purpur und vermittelt noch heute den Glanz des mecklenburgischen Großherzoghofs. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Ahnengalerie, die Blaue Stube und die herzoglichen Privatgemächer, die mit originaler Einrichtung des 19. Jahrhunderts ausgestattet sind.

Die Schlossgartenanlagen rahmen das Ensemble ein: Ein klassischer französischer Barockgarten mit präzise geschnittenen Heckenräumen und Fontänen liegt direkt am Schloss, während der weitläufige englische Landschaftsgarten den Übergang zur natürlichen Seenlandschaft bildet. Vom Schlossvorplatz bieten sich atemberaubende Panoramen über den Schweriner See.

Besuch & Tipps

Ein Besuch des Schweriner Schlosses verbindet Geschichte, Kunst und Naturerlebnis auf einzigartige Weise. Das Staatliche Museum Schwerin präsentiert in den historischen Räumen umfangreiche Sammlungen zur Geschichte der mecklenburgischen Herzöge sowie hochkarätige Gemälde und Kunsthandwerk des 17. bis 19. Jahrhunderts. Wer sich besonders für die höfische Wohnkultur interessiert, sollte die geführten Touren durch die Paradezimmer buchen.

Die Schlossfestspiele Schwerin verwandeln den Burghof und die Gartenanlagen jeden Sommer in eine beeindruckende Freilichtbühne für Oper und Klassik — eine Veranstaltungsreihe mit internationalem Renommee, für die Karten frühzeitig reserviert werden sollten. Auch für standesamtliche Trauungen steht das Schloss zur Verfügung und ist damit eines der begehrtesten Hochzeitslocations Norddeutschlands.

Für Familien bietet die Kombination aus Schlossbesichtigung, Bootsfahrt auf dem Schweriner See und Spaziergang durch den Schlosspark einen erlebnisreichen Ausflug. Das nahegelegene Staatliche Museum in der Altstadt ergänzt den Besuch ideal. Wer übernachten möchte, findet in Schwerin eine gute Auswahl an Hotels und Pensionen in Seenähe — die Lage zwischen den Schweriner Seen macht die Landeshauptstadt zu einem lohnenden Reiseziel für mehrere Tage.

Highlights
  • Prachtvoller Schlossbau im Stil des romantischen Historismus auf einer natürlichen Seeinsel
  • Über 650 Räume, darunter der goldglänzende Thronsaal der Großherzöge
  • Herrliche Schlossgartenanlagen im französischen und englischen Stil
  • Nutzung als Landtag Mecklenburg-Vorpommern — lebendige Demokratie im historischen Gemäuer
  • Kandidat auf der UNESCO-Welterbeliste als Teil der Residenzensemble-Bewerbung
Häufige Fragen
Kann man das Schweriner Schloss von innen besichtigen?
Ja, das Staatliche Museum Schwerin betreibt eine umfangreiche Dauerausstellung in den historischen Schlosssälen. Der Thronsaal und die Paradezimmer sind regelmäßig geöffnet. Da im Schloss auch der Landtag Mecklenburg-Vorpommern tagt, können einzelne Bereiche zeitweise gesperrt sein — eine Voranmeldung wird empfohlen.
Wie komme ich am besten zum Schweriner Schloss?
Das Schloss liegt auf einer Insel im Schweriner See und ist zu Fuß vom Hauptbahnhof in etwa 20 Minuten erreichbar. Mit dem Bus fahren Sie bis zur Haltestelle Schloss. Parken ist in der Innenstadt Schwerins möglich. Eine besonders malerische Anreise gelingt per Fahrgastschiff über den See.

Übernachten am Schloss

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