Schloss Wernigerode

Wernigerode, Harz · Schloss · erbaut Mittelalterlicher Kern, Umbau 1862–1893

Schloss Wernigerode

Hoch über der Fachwerkstadt am Harzrand thront das bunte Schloss Wernigerode – ein Leitbau des norddeutschen Historismus, der wie die Illustration eines Märchenbuchs wirkt.

Geschichte

Der Ursprung von Schloss Wernigerode reicht bis ins Hochmittelalter zurück, als an dieser Stelle eine Höhenburg die Zugänge zum Harz und die Grafschaft der Herren von Wernigerode sicherte. Über die Jahrhunderte wandelte sich die wehrhafte Anlage mehrfach: Aus der mittelalterlichen Burg wurde ein Renaissanceschloss, später eine barocke Residenz der Grafen zu Stolberg-Wernigerode.

Sein heutiges, unverwechselbares Aussehen erhielt das Schloss jedoch erst im ausgehenden 19. Jahrhundert. Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, ein enger Weggefährte Bismarcks und Vizekanzler des Deutschen Reichs, ließ die Anlage zwischen 1862 und 1893 im Stil des Historismus grundlegend umgestalten. Das Ergebnis gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten dieser Epoche in Norddeutschland – eine romantische Vision des Mittelalters, wie sie das repräsentationsfreudige Kaiserreich liebte.

Architektur & Lage

Das Schloss krönt einen Bergsporn rund 120 Meter über der Altstadt und ist schon von Weitem an seiner malerischen Silhouette aus Türmen, Erkern und Zinnen zu erkennen. Der Baumeister Carl Frühling verband beim Umbau erhaltene ältere Bauteile mit neugotischen und neuromanischen Elementen zu einem bewusst unregelmäßigen, pittoresken Gesamtbild.

Im Inneren sind die Wohn- und Festräume der gräflichen Familie weitgehend im Zustand des späten 19. Jahrhunderts erhalten und heute als Museum zugänglich. Aufwendig gestaltete Salons, die Schlosskirche und die reich möblierten Repräsentationsräume vermitteln einen Eindruck vom Selbstverständnis des Hochadels im Kaiserreich. Von der Schlossterrasse öffnet sich ein weiter Blick über die roten Dächer der Fachwerkstadt und die bewaldeten Höhen des Harzes.

Besuch & Tipps

Schloss Wernigerode ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Wer den Aufstieg zu Fuß scheut, nimmt die Schlossbahn ab der Innenstadt. Besonders stimmungsvoll ist der Advent, wenn im Schlosshof ein Weihnachtsmarkt stattfindet und die Türme illuminiert werden.

Ein Besuch lässt sich hervorragend mit der Erkundung der Umgebung verbinden: Wernigerode ist Ausgangspunkt der Harzer Schmalspurbahnen, mit denen man bis auf den Brocken dampfen kann, und liegt am Rand des Nationalparks Harz. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten vor dem Besuch auf der offiziellen Website des Schlosses geprüft werden, da sie saisonal variieren.

Highlights
  • Einer der bedeutendsten Historismus-Bauten Norddeutschlands mit Türmen, Erkern und Zinnen
  • Prunkvolle Wohn- und Festräume der Grafen zu Stolberg-Wernigerode als Museum zugänglich
  • Weiter Blick über die Fachwerkstadt Wernigerode und den Harz von der Schlossterrasse
  • Beliebte Kulisse für zahlreiche Märchen- und Historienfilme
  • Idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark Harz und zum Brocken
Häufige Fragen
Wie kommt man zum Schloss Wernigerode hinauf?
Vom Zentrum der Altstadt führt ein etwa 20-minütiger Fußweg bergauf zum Schloss. Bequemer ist die Schlossbahn, eine straßentaugliche Bimmelbahn, die regelmäßig von der Innenstadt zum Schlossberg fährt. Parkplätze gibt es unterhalb des Schlosses, die letzten Meter legt man zu Fuß zurück.
Lohnt sich Schloss Wernigerode mit Kindern?
Ja. Die märchenhafte Architektur, die Aussicht und die gut erklärten Museumsräume machen den Besuch auch für Familien attraktiv. In der Umgebung locken zudem der Nationalpark Harz, die Harzer Schmalspurbahnen und der Brocken – ein Schlossbesuch lässt sich gut mit einem Ausflug in die Natur verbinden.

Übernachten am Schloss

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