Schloss Moritzburg

Moritzburg bei Dresden · Schloss · erbaut 1542 / Barockumbau 1723

Schloss Moritzburg

Märchenhaftes Barockschloss auf einer Seeinsel — Augusts des Starken prunkvolle Jagdresidenz leuchtet wie aus einem anderen Jahrhundert.

Geschichte

Schloss Moritzburg verdankt seinen Namen Herzog Moritz von Sachsen, der ab 1542 an dieser Stelle im Moritzburger Teichgebiet ein erstes Jagdhaus errichten ließ. Das sumpfige Gelände nördlich von Dresden war seit dem Mittelalter als Fischerei- und Jagdrevier bekannt; die Wettiner schätzten es wegen des außergewöhnlichen Wildreichtums. Unter Moritz entstand zunächst ein schlichter Vorgängerbau, der vor allem als Ausgangspunkt für Parforce-Jagden diente — jene aufwendige Form der Hetzjagd zu Pferd, die am sächsischen Hof über Jahrhunderte gepflegt wurde.

Den entscheidenden Schritt vom Jagdhaus zum repräsentativen Barockschloss vollzog Kurfürst Friedrich August I., bekannt als August der Starke, zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1723 und 1736 ließ er den älteren Bau durch den Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann — den Schöpfer des Dresdner Zwingers — und seinen Kollegen Zacharias Longuelune grundlegend umgestalten. Vier mächtige runde Ecktürme wurden errichtet, der Schlosshügel künstlich aufgeschüttet und von einem Barockteich umgeben. Das Ergebnis war eine vollkommen neue Anlage, die sowohl Jagdlust als auch fürstliche Repräsentation auf das Prächtigste vereinte.

Architektur & Lage

Das heutige Schloss präsentiert sich als symmetrische Vierflügelanlage mit vier markanten Rundtürmen, die auf einer künstlichen Insel im Schlossteich liegt — ein Bild, das zu den ikonischsten der deutschen Barockarchitektur zählt. Die Zufahrt führt über zwei Dämme; das Spiegelbild der ockerfarbenen Fassaden im Wasser verleiht der Anlage bei jedem Wetter eine fast unwirkliche Anmut. Insgesamt umfasst das Schloss rund 200 Räume, von denen ein Teil als Museum zugänglich ist.

Im Inneren sind der Große Festsaal und der sogenannte Monstresaal hervorzuheben, der seinen kuriosen Namen einem Bestand außergewöhnlich großer Hirschgeweihe verdankt, die August der Starke als Jagdtrophäen sammeln ließ. Wahres Ausstellungsstück unter den erhaltenen Räumen ist das Federzimmer: Ein Wandbehang aus über einer Million Fasanenfedern bedeckt Wände und Decke und stellt eine handwerkliche Meisterleistung des frühen 18. Jahrhunderts dar, die in Europa einzigartig ist. Ergänzt wird das Hauptschloss durch das etwas außerhalb gelegene Fasanenschlösschen im Stil des Rokoko sowie einen weitläufigen Barockgarten.

Besuch & Tipps

Für viele Besucher ist Schloss Moritzburg vor allem als Filmkulisse bekannt: Die tschechisch-deutsche Märchenproduktion »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« aus dem Jahr 1973 machte das Schloss weltberühmt und wird in Deutschland bis heute alljährlich zur Weihnachtszeit im Fernsehen gezeigt. Jedes Jahr im Dezember verwandelt sich das Schloss in eine Märchenausstellung rund um den Film — Kostüme, Requisiten und Kulissen lassen die Geschichte lebendig werden und ziehen Familien aus dem gesamten deutschen Sprachraum an.

Der Besuch lässt sich ideal mit einer Fahrt auf der historischen Schmalspurbahn, der Lößnitzgrundbahn, verbinden, die von Radebeul Ost durch das malerische Lößnitztal nach Moritzburg fährt. Wer mehr Zeit mitbringt, erkundet die ausgedehnten Teichlandschaften rund um das Schloss zu Fuß oder mit dem Fahrrad — das Moritzburger Teichgebiet ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet und beherbergt zahlreiche Wasservögel. Heiraten im Schloss ist ebenfalls möglich: Das Standesamt Moritzburg bietet Trauungen in einem der historischen Räume an, und die Kulisse sorgt dafür, dass solche Feiern unvergesslich bleiben.

Highlights
  • Vierflügelanlage auf künstlicher Seeinsel — einzigartiges Spiegelbild im Barockteich
  • Festsaal und Monstresaal mit originaler Ausstattung aus der Zeit Augusts des Starken
  • Einzigartiger Federzimmer-Wandbehang aus über einer Million Fasanenfedern
  • Kulisse des Märchenfilms »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« (1973)
  • Umgebende Barockgärten und Fasanenschlösschen im weitläufigen Park
Häufige Fragen
Ist Schloss Moritzburg ganzjährig geöffnet?
Das Schloss ist von April bis Oktober täglich geöffnet. Im Winter gelten eingeschränkte Öffnungszeiten, jedoch findet im Dezember die beliebte Märchenausstellung zu »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« statt, die Besucher aus ganz Deutschland anzieht.
Wie komme ich von Dresden nach Schloss Moritzburg?
Am bequemsten mit der historischen Schmalspurbahn »Lößnitzgrundbahn« ab Dresden-Radebeul Ost — die Fahrt durchs Lößnitztal dauert rund 45 Minuten und ist selbst ein Erlebnis. Mit dem Auto sind es von Dresden-Mitte etwa 20 Kilometer Richtung Norden.

Übernachten am Schloss

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