Die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein: Die Marksburg über Braubach zeigt, wie eine mittelalterliche Wehranlage wirklich aussah – vollständig erhalten und heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.
Geschichte
Die Marksburg entstand ab dem 13. Jahrhundert auf einem Schieferkegel hoch über der Stadt Braubach, um den Rheinübergang und die vom Taunus herabführenden Talwege zu sichern. Ihren ursprünglichen Namen Burg Brubach trug sie nach dem Ort zu ihren Füßen; erst später wurde sie nach der ihr geweihten Markuskapelle Marksburg genannt. Bedeutende Bauherren waren die mächtigen Grafen von Katzenelnbogen, die den Mittelrhein über Jahrhunderte kontrollierten.
Das Außergewöhnliche an der Marksburg ist ihre Unversehrtheit: Als einzige Höhenburg am Mittelrhein wurde sie niemals erobert und zerstört. Während im Pfälzischen Erbfolgekrieg und in späteren Konflikten fast alle Rheinburgen zu Ruinen zerfielen, blieb die Marksburg intakt. Schwere Beschädigungen erlitt sie erst im März 1945 durch Artilleriebeschuss, die jedoch fachgerecht behoben wurden. Seit 1900 ist sie Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.
Architektur & Lage
Die Burg ist ein Musterbeispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur: Über den steilen Reitweg, der als Rampe durch mehrere Tore in den Fels gehauen ist, gelangten einst Pferde und Lasten in die Kernburg. Der mächtige Bergfried, der Palas mit dem Rittersaal, die Burgküche und die Kapelle sind vollständig erhalten und vermitteln ein authentisches Bild vom Leben auf einer Burg des Spätmittelalters.
Als Sitz der Deutschen Burgenvereinigung beherbergt die Marksburg zudem eine bekannte Sammlung historischer Rüstungen und Waffen, die die Entwicklung der Bewaffnung vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit dokumentiert. Von den Mauern öffnet sich ein weiter Blick über das Rheintal, das seit 2002 als Oberes Mittelrheintal zum UNESCO-Welterbe zählt.
Besuch & Tipps
Die Marksburg kann nur im Rahmen einer rund einstündigen Führung besichtigt werden, was den Besuch besonders informativ macht. Wegen des historischen Reitwegs und der originalen Treppen ist festes, rutschsicheres Schuhwerk ratsam; die Anlage ist nur eingeschränkt barrierefrei.
Ideal lässt sich der Besuch mit einer Fahrt auf dem Rhein verbinden: Von Braubach aus bieten sich Schifffahrten durch das Welterbe-Tal an, vorbei an der Loreley und weiteren berühmten Burgen. Aktuelle Führungszeiten und Eintrittspreise sollten vor der Anreise auf der offiziellen Website geprüft werden.
- Einzige niemals zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein
- Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal
- Sitz der Deutschen Burgenvereinigung mit originalgetreu erhaltenen Räumen
- Rittersaal, Burgküche, Kapelle und eine bekannte Sammlung historischer Rüstungen
- Nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen – Geschichte aus erster Hand
Kann man die Marksburg auf eigene Faust besichtigen?
Warum ist die Marksburg so gut erhalten?
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Bildnachweise (1)
- Marksburg: Foto Wikimedia Commons , siehe Quelle