Landgrafenschloss Marburg

Marburg an der Lahn · Schloss · erbaut wesentlich 13.–15. Jahrhundert

Landgrafenschloss Marburg

Hoch über der Universitätsstadt Marburg thront das Landgrafenschloss, die erste Residenz der hessischen Landgrafen und Schauplatz des berühmten Marburger Religionsgesprächs von 1529.

Geschichte

Das Landgrafenschloss Marburg war die erste Residenz der Landgrafschaft Hessen und damit die Wiege eines Territoriums, das über Jahrhunderte die Geschicke Mitteldeutschlands mitbestimmte. Auf dem Schlossberg über der Lahn hatten die Landgrafen ab dem 13. Jahrhundert eine repräsentative Anlage errichtet, von der aus sie ihr Land regierten.

Berühmt wurde das Schloss durch das Marburger Religionsgespräch von 1529, als Landgraf Philipp der Großmütige die Reformatoren um Luther und Zwingli zusammenrief, um die junge protestantische Bewegung zu einigen. Marburg war zudem Sitz der ersten protestantischen Universität der Welt, die 1527 gegründet wurde und die Stadt bis heute prägt.

Architektur & Lage

Das Schloss erhebt sich markant über der Marburger Altstadt und ist von weither sichtbar. Sein baulicher Höhepunkt ist der gotische Fürstensaal, einer der größten profanen Saalbauten des deutschen Mittelalters, in dem einst Hoftage und Feste stattfanden. Weitere Teile der Anlage stammen aus verschiedenen Bauphasen vom Hochmittelalter bis in die frühe Neuzeit.

Von den Terrassen und aus den Fenstern öffnet sich ein weiter Blick über die dicht gedrängten Fachwerkhäuser der Altstadt, die Elisabethkirche und das Lahntal.

Besuch & Tipps

Im Schloss ist heute das Museum für Kulturgeschichte der Philipps-Universität untergebracht, das durch die historischen Räume führt und die Geschichte der Region und der Landgrafschaft vermittelt. Der eindrucksvolle Fürstensaal und der Ort des Religionsgesprächs gehören zu den Höhepunkten.

Ein Besuch lässt sich ideal mit einem Rundgang durch die malerische Marburger Oberstadt und einem Besuch der gotischen Elisabethkirche verbinden, einer der frühesten rein gotischen Kirchen Deutschlands. Der Aufstieg zum Schloss durch die verwinkelten Gassen ist selbst ein Erlebnis. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Highlights
  • Erste Residenz der Landgrafschaft Hessen hoch über der Marburger Altstadt
  • Gotischer Fürstensaal, einer der größten weltlichen Saalbauten des Mittelalters
  • Schauplatz des Marburger Religionsgesprächs zwischen Luther und Zwingli 1529
  • Museum für Kulturgeschichte der Universität Marburg im Schloss
  • Weiter Blick über die verwinkelte Fachwerk-Altstadt und das Lahntal
Häufige Fragen
Was war das Marburger Religionsgespräch?
1529 lud Landgraf Philipp der Großmütige die führenden Reformatoren, darunter Martin Luther und Huldrych Zwingli, auf sein Marburger Schloss ein, um die theologischen Differenzen der Reformation zu überwinden. Das Gespräch scheiterte vor allem an der Frage des Abendmahls, gilt aber als bedeutendes Ereignis der Reformationsgeschichte. Der Ort im Schloss wird bis heute gezeigt.
Wie gelangt man zum Landgrafenschloss?
Das Schloss liegt hoch über der Marburger Altstadt. Von der Oberstadt führt ein steiler, aber kurzer Fußweg durch verwinkelte Gassen und über Treppen hinauf. Wer den Aufstieg scheut, kann in der Saison einen Aufzug oder Bus nutzen. Der Weg durch die malerische Fachwerk-Altstadt, die zu den schönsten Deutschlands zählt, ist Teil des Erlebnisses.

Übernachten am Schloss

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